Museum Küppersmühle im Innenhafen von Duisburg
Ausstellung "Invisible" von Jaume Plensa


Direkt neben dem Eingang des Museums steht ein riesiger, weißer Mädchenkopf. Mit den feinen Gesichtszügen und den geschlossenen Augen strahlt die Skulptur Ruhe und Gelassenheit aus, die in direktem Kontrast zur Hektik des Alltages stehen soll.
Das Mädchen "Flora" (2021, Polyesterharz, 750x233x245 cm) scheint vollkommen auf ihr Inneres konzentriert zu sein. Hier zeigt sich ein zentraler Gedanke Plensas, den er mit seiner Skulpturenausstellung zum Ausdruck bringen möchte. Er verweist auf etwas, das sich dem unmittelbaren Blick des Betrachters entzieht.

Allen Skulpturen in der Ausstellung liegen Fotografien realer Mädchen und Frauen zu Grunde. Trotz der charakteristischen Streckung der Köpfe bleiben die individuellen Gesichtszüge erhalten.

Im Eingangsbereich des Museums schwebt vor einer großen Wand eine goldfarbene Skulptur, die mit dem Finger an den Lippen zur Ruhe auffordert, gleichzeitig aber auch darum bittet, die Skulpturköpfe erstmal auf sich wirken zu lassen, ohne sie einer Kultur oder Herkunft zuzuordnen. 







Besonders auffallend sind vier große Skulpturen, die aus Noten oder Buchstaben verschiedener Alphabete zusammengesetzt sind.

Sprache ist für Plensa die Wurzel des Menschen sowie auch die Hülle der menschlichen Form. Da die Skulpturen aber transparent sind, soll hier angedeutet werden, dass buchstäblich durch die verschiedenen Sprachen der Menschen hindurchgeschaut wird. Die Gemeinsamkeit der Menschen liegt viel tiefer als in den Unterschieden der einzelnen Kulturen und Sprachen.

Die Skulptur aus Noten gibt gleichzeitig noch die Botschaft mit auf den Weg, dass die Sprache der Musik alle kulturellen Grenzen überwindet und die Menschen ohne Worte miteinander verbindet.












Hier werden durch die vier rotbraunen Köpfe unterschiedliche Kulturen zusammengeführt. Besonders durch die übereinanderliegenden Hände erinnern sie an Gesten eines Gebetes.

Es lassen sich Gedanken an Spiritualität vermuten, ohne dass durch den Künstler eine genaue Religion erkennbar gemacht wird.



Im Siloraum findet man die Skulptur "Invisible Anna". 

Eine riesige Installation aus filigranem Drahtgeflecht fordert erneut zum Innehalten auf.

Durch die Ausleuchtung entsteht ein tolles Schattenspiel auf dem Boden unter der Skulptur.









Plensa verweist mit seiner Ausstellung auf die menschlichen Fähigkeiten Empathie, Stille, Offenheit und die Bereitschaft zur Begegnung. Er möchte unseren Blick auf das Unsichtbare lenken, das Menschen jenseits von Sprache, Herkunft und Kultur miteinander verbindet.



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